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Paraphrasieren in Fremdsprachen: Englisch und andere Sprachen sicher umformulieren

Wie du englische oder anderssprachige Quellen korrekt paraphrasierst, in welchen Sprachen das besonders schwierig ist und welche Strategien helfen, wenn der Wortschatz noch lückenhaft ist.

Lesezeit 6 Min. Aktualisiert 28.05.2026 2 Quellen Jan-Tristan Rudat Jan-Tristan Rudat
Inhalt

Die besondere Herausforderung beim Paraphrasieren in Fremdsprachen

Wer in einer Fremdsprache paraphrasiert, bewältigt gleichzeitig zwei Aufgaben: Er muss den Originalgedanken inhaltlich korrekt erfassen und ihn dann in einer Sprache formulieren, die nicht seine Erstsprache ist. Beides gleichzeitig und unter Zeitdruck zu leisten ist anspruchsvoll.

Hinzu kommt eine häufige Falle: Wer einen Satz Wort für Wort übersetzt, erhält oft keine echte Paraphrase, sondern einen steifen, unidiomatischen Satz. Echtes Paraphrasieren in einer Fremdsprache erfordert mehr als Vokabelkenntnisse. Es erfordert ein Gefühl für Satzbau, Kollokationen und Stil in der Zielsprache.

Englisch paraphrasieren: akademischer Stil und wissenschaftlicher Wortschatz

Englisch ist in vielen Disziplinen die dominierende Wissenschaftssprache. Studierende in Deutschland müssen regelmäßig englischsprachige Quellen verarbeiten, entweder für deutschsprachige Arbeiten oder für internationale Publikationen auf Englisch.

Für deutschsprachige Arbeiten gilt: Du paraphrasierst den englischen Gedanken auf Deutsch. Lies den englischen Satz, verstehe ihn vollständig, schließe die Quelle und schreibe dann auf Deutsch. Die Versuchung, Wort für Wort zu übersetzen, ist groß, aber das Ergebnis klingt selten gut und ist oft keine echte Paraphrase.

Für englischsprachige Texte musst du den englischen Satz in englischer Akademikersprache neu formulieren. Das erfordert Kenntnis typischer akademischer Ausdrücke, Konjunktionen und Satzstrukturen.

Nützliche Muster für englische Paraphrasen:

  • “According to [Autor], …”
  • “[Autor] argues that …”
  • “As [Autor] points out, …”
  • “The findings suggest that …”
  • “In line with [Autor]‘s analysis, …”

Typische Fehler beim Paraphrasieren in Fremdsprachen

Fehler 1: Wort-für-Wort-Übersetzung

Der häufigste Fehler. Jedes Wort des Originals wird eins zu eins in die Zielsprache übertragen. Das produziert weder eine gute Paraphrase noch einen guten Text, weil die Satzstruktur der Ausgangssprache durchscheint.

Beispiel:

  • Original: “The study found significant differences between the groups.”
  • Schlechte Wort-für-Wort-Übersetzung: “Die Studie fand signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen.”
  • Bessere Paraphrase: “Zwischen den Versuchsgruppen zeigten sich laut der Studie erhebliche Unterschiede.”

Fehler 2: Patchwork-Paraphrase

Einzelne Schlüsselwörter werden durch Synonyme ersetzt, Satzstruktur bleibt dieselbe. In einer Fremdsprache kommt erschwerend hinzu, dass der Wortschatz für Synonyme oft begrenzt ist und falsche Synonyme gewählt werden.

Fehler 3: Inhaltliche Abweichung durch Sprachbarriere

Wer eine Quelle nicht vollständig versteht, paraphrasiert oft falsch. Fachterminologie in Fremdsprachen führt schnell zu Missverständnissen. Lies schwierige Stellen mehrfach, nutze ein Fachwörterbuch und prüfe das Ergebnis.

Strategie: Erst verstehen, dann vergessen, dann schreiben

Eine bewährte Methode für das Paraphrasieren in Fremdsprachen:

  1. Lies die fremdsprachige Stelle so oft, bis du sie vollständig verstehst.
  2. Lege den Text weg oder minimiere das Fenster.
  3. Formuliere den Gedanken laut oder auf einem Notizzettel in deiner Erstsprache.
  4. Überführe diese erstsprachige Formulierung in die Zielsprache.
  5. Prüfe die fertige Paraphrase gegen das Original auf inhaltliche Korrektheit.

Diese Umwegstrategie über die Erstsprache klingt aufwendig, liefert aber deutlich bessere Ergebnisse als direktes Umschreiben aus der Fremdsprache.

Sprachspezifische Besonderheiten

Nicht alle Sprachen lassen sich gleich leicht paraphrasieren.

Englisch hat einen sehr großen Synonymwortschatz, vor allem durch seine germano-romanischen Wurzeln. Dasselbe Konzept lässt sich oft sowohl mit einem germanischen als auch mit einem lateinischen Wort ausdrücken. Das macht Paraphrasen lexikalisch einfacher, erschwert aber die Stilbewertung.

Französisch hat einen formellen akademischen Stil mit klaren Konventionen. Paraphrasen müssen stilistisch zu diesem Kontext passen.

Spanisch und Portugiesisch erlauben durch ihre Grammatik sehr flexible Wortstellungen, was Paraphrasen erleichtert, aber auch Fehlerquellen öffnet.

Deutsch ist durch seine Möglichkeit zur Wortkomposition besonders flexibel, was Substantivierungen und Komposita angeht. Das kann Paraphrasen kürzer machen, führt aber auch schnell in den Nominalstil.

Das Tool beim Paraphrasieren in Fremdsprachen

Das Paraphrasieren-Tool kann einen ersten Alternativvorschlag zu deiner Eingabe liefern. Im Fremdsprachen-Kontext ist das besonders nützlich, wenn du selbst auf der Suche nach einer natürlicheren Formulierung bist. Du siehst direkt, ob ein Vorschlag idiomatischer klingt als deine ursprüngliche Formulierung. Den Vorschlag solltest du aber immer sprachlich prüfen: Stimmt der Stil? Ist das Register (formell/informell) korrekt? Enthält der Satz alle inhaltlichen Kernpunkte des Originals?

Quellenangabe bei fremdsprachigen Quellen

Die Quellenangabe erfolgt immer auf die Originalquelle, nicht auf eine Übersetzung oder deine eigene Paraphrase. Der Autor der Originalquelle ist der Urheber des Gedankens. Wenn du eine veröffentlichte Übersetzung verwendest, gibst du diese separat an.

In deutschen Hausarbeiten mit englischen Quellen ist es üblich, die Originalquelle in der Originalsprache anzugeben, auch wenn du auf Deutsch paraphrasierst. Das entspricht wissenschaftlichem Standard und signalisiert, dass du mit der Originalquelle gearbeitet hast.

Fazit

Paraphrasieren in Fremdsprachen ist eine eigenständige Fertigkeit, die über reine Übersetzungskompetenz hinausgeht. Sie erfordert Sprachgefühl, Fachvokabular und die Fähigkeit, einen Gedanken wirklich zu durchdringen, bevor man ihn neu formuliert. Wer die beschriebenen Strategien konsequent anwendet und Hilfsmittel wie das Paraphrasieren-Tool als Impulsgeber nutzt, wird auch in Fremdsprachen sicher und überzeugend paraphrasieren.

Häufige Fragen

Darf ich eine fremdsprachige Quelle ins Deutsche paraphrasieren?

Ja, das ist in deutschen wissenschaftlichen Arbeiten gängige Praxis und oft sinnvoll. Du übersetzt den Gedanken des Originalautors in deine Sprache und paraphrasierst dabei gleichzeitig. Die Quellenangabe erfolgt auf die Originalquelle, nicht auf deine Übersetzung. Falls du eine Übersetzung zitierst, gibst du diese als solche an.

Wie paraphrasiere ich einen englischen Satz, ohne einfach nur Wort für Wort zu übersetzen?

Lies den englischen Satz, verstehe seinen Kerngedanken und schreibe ihn dann auf Deutsch oder Englisch ohne Blick auf das Original. Eine direkte Wort-für-Wort-Übersetzung erzeugt oft keine echte Paraphrase, sondern einen steif klingenden Satz. Denke stattdessen: Was will der Autor sagen? Wie würde ich das in meiner Sprache ausdrücken?

Wann ist eine direkte Übersetzung eines Zitats besser als eine Paraphrase?

Wenn ein Originalzitat eine prägnante Definition oder eine wichtige terminologische Prägung enthält, ist das direkte Zitat vorzuziehen, gegebenenfalls mit einer Übersetzung in Klammern. Paraphrasen sind besser, wenn du einen längeren Gedankengang zusammenfassen oder in einen deutschen Textfluss einbinden möchtest.

Quellen

  • Swales, J. M. / Feak, C. B. (2012): Academic Writing for Graduate Students. 3. Auflage. University of Michigan Press.
  • Bailey, S. (2011): Academic Writing: A Handbook for International Students. 3. Auflage. Routledge, London.
Jan-Tristan Rudat

Über die Autorenschaft

Jan-Tristan Rudat

Redakteur paraphrasieren-tool.de

Themengebiet: Generationen, Kulturgeschichte, Sternzeichen, Pop-Phänomene rund ums Alter

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